Auszug aus meinem Reisetagebuch

von | Okt 28, 2020 | Informationen, Reisen | 0 Kommentare

Eine kurze Zeit durfte ich im Urwald von Chiang Mai-Thailand verbrigen. Menschen kennenlernen, die ganz anders leben als ich es gewohnt bin. Menschen, mit einer wunderbaren Sicht auf das Leben. ❤️

Ich sitze am Lagerfeuer mit Dash, einen jungen Thailänder, der mich für ein paar Tage durch den Urwald begleitet. Dash ist ein „Village-Child“. Geboren und aufgewachsen mitten im Urwald von Chiang Mai. Schule hat Dash keine besucht. Nun verdient er sein Geld damit, Touristen seine Heimat zu zeigen. Dash ist ein fröhlicher, rücksichtsvoller junger Mann. Wir beide sitzen am Lagerfeuer, mitten im Urwald, unter dem wohl schönsten Sternenhimmel, den ich je gesehen habe.

Das Leben hier ist einfach. Die Menschen haben keinen Strom, kein fließendes Wasser und ganz einfache Holzhütten. Trotzdem scheinen sie glücklich zu sein.Ich schaue Dash von der Seite an und frage ihn, ob er sich denn manchmal arm fühlt, sich ein anderes Leben wünscht?

Dash sieht mich an und antwortet:

„Das ist eine schöne Frage. Weißt du, wir hier in den Villages sind nicht arm. Wir haben alles was wir zum Leben brauchen: Reis von unseren Feldern, Obst von unseren Bäumen und Fleisch von unseren Tieren. Geld brauchen wir nur, wenn wir zum Arzt müssen. Wir müssen in der Schule nicht etwas über Mathematik, Philosophie oder Geschichte lernen, nein, wir müssen den Urwald studieren. Wenn wir den Urwald kennen, dann können wir von ihm leben – er nährt uns. Wenn du in der Stadt wohnst, hast du mehr Möglichkeiten, das stimmt. Aber du brauchst auch Geld. Und wenn du mal kein Geld hast, dann bist du arm. Dann bist du weniger wert. Du kannst deine Miete nicht bezahlen, dein Essen nicht kaufen und irgendwann landest du unter der Brücke – das ist Armut. Weiß du, was wir alle gemeinsam haben wenn wir sterben? Die Reichen und die Armen?“

Dash richtet seinen Blick in den Sternenhimmel, mein Blick folgt seinem.

„Wenn wir sterben, dann müssen wir alles zurücklassen. Wir können unseren Besitz nicht mitnehmen und auch nicht das ganze Geld. Das Leben ist hier und jetzt, und da bin ich glücklich.“

Ich schaue in den Sternenhimmel, eine Träne kullert mir über die Wange. Dash, sieht mich an und legt seinen Arm um mich.

✨Dash, Danke, dass du mir so viel über das Leben gelernt hast. ❤️✨

In Liebe,

Sabrina

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